Unser Buch und Vorträge

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VON DER WEITE DER WELT – mit dem Fahrrad zwei Jahre auf fünf Kontinenten

Teil 2: Über alle Berge – eine Live-Reportage mit Buchverkauf

Zwei Jahre lang fuhren wir mit dem Fahrrad um die Welt. Unser abenteuerlicher Weg führte uns durch fünf Kontinente und in kaum erschlossene Gegenden fernab von Massentourismus und Pauschalreisen. Auf den Spuren der alten Seidenstraße durchquerten  wir unter anderem die Steppen und Wüsten Zentralasiens, wir überwanden die Rocky Mountains, den Hohen Atlas, den Kaukasus, den Pamir, den Tienschan und den Himalaya. In menschenleeren Gegenden waren wir wochenlang allein auf uns gestellt.

Unsere Bilder und Erzählungen von den tiefen menschlichen Begegnungen und den abgelegensten Regionen sind geprägt von Unmittelbarkeit. Wir erlebten das Unverfügbare und wurden von der Freundlichkeit der Fremden getragen. Unser einfaches Leben im Zelt hat uns selbst den Blick dafür geschärft, was wirklich wichtig ist. Wir berichten von Ländern, Kulturen und Religionen, vor allem aber von Begegnungen mit Menschen. Ein Abend mit Filmen, Bildern, Musik und Erzählungen.

24. Januar 2020 – 19 Uhr: Über alle Berge, Live-Reportage (Teil 2) im Martin-Luther-Saal, Waldseerstr. 18, 88400 Biberach, Eintritt 5 Euro

Wir haben darüber hinaus noch weitere Veranstaltungen geplant:

11. Januar 2020 – 19:30 Uhr: Durch Wüste und Steppe, Live-Reportage (Teil 1), Kulturscheune Wilhelmsdorf, Eintritt 12 Euro, ermäßigt 7 Euro

17. Oktober 2020 – 19:30 Uhr: Über alle Berge, Live-Reportage (Teil 2), Kulturscheune Wilhelmsdorf, Eintritt 12 Euro, ermäßigt 7 Euro

3. März 2020 – Live-Reportage:  Pamir und Himalaya, TG-Heim, Biberach

 

Außerdem gibt es jetzt unser Buch zur Reise:

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Butzon & Bercker 2019, 256 Seiten, über 60 Farbfotos, 20 Euro

gerne auch bei uns (evtl. signiert) zu bestellen: von-hier-nach-da@web.de

 

Hier eine erste Leseprobe:

Vorwort

Zwei Jahre lang fuhren wir mit dem Fahrrad um die Welt. 22.074 Kilometer, 18 Länder, 162.128 Höhenmeter, fünf Kontinente. Wir wohnten im Zelt und teilten die meist ärmlichen Lebensbedingungen der Menschen, die am Rande der Straßen leben. Die entlegenen Ecken, die Hochgebirge, Steppen und Wüsten waren unsere Heimat, selten erreichten wir touristisch erschlossene Regionen oder Großstädte. Dieses einfache und entbehrungsreiche Leben prägte unsere Erlebnisse und unsere Sicht auf die Welt.

Auf den Spuren der alten Seidenstraße durchquerten wir unter anderem Iran, die Stan-Staaten Zentralasiens und China, kämpften mit den Wüsten der Sahara, der Gobi und der Taklamakan, überwanden die Rocky Mountains, den Hohen Atlas, den Kaukasus, den Pamir, den Tienshan und den Himalaya. Wir planten unsere Reise als durchgehende Linie auf der Weltkarte, die möglichst wenige Unterbrechungen haben sollte. Wir wollten die Welt am Stück mit dem Fahrrad bereisen. Trotz intensiver Vorbereitungen gelang uns das aufgrund unsicherer politischer Verhältnisse und geschlossener Grenzen leider nicht immer.

Das Fortbewegungsmittel Fahrrad bestimmte dabei unsere Reise wesentlich. Wir waren dadurch nicht nur allen Eindrücken direkt ausgesetzt, sondern auch eine besondere Attraktion, wo auch immer wir erschienen. Die Menschen sprachen uns an, wollten uns helfen und erzählten uns ihre Geschichten. Wir sind unterdessen der Überzeugung: Wer die wahre Beschaffenheit der Welt erkunden möchte, muss sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf den Weg machen.

Die Welt erhielt für uns ihre Kontur durch die unmittelbaren Begegnungen mit den einfachen Menschen. Wir wurden täglich überrascht von der Herzlichkeit, Gastfreundschaft und unverstellten Menschlichkeit, die wir als Fremde erfuhren.  So sehr prägte diese Erfahrung unser Leben auf dem Rad, dass wir bald schon dafür das Wort „Fremdenfreundlichkeit“ benutzten. Mehr noch als die sagenhaften Landschaften machten diese tiefen, witzigen und abenteuerlichen Begegnungen den Kern unserer Reise aus. Diese Menschen sind es, die unserer Reise Bedeutung verliehen. Von ihnen handelt dieses Buch.

Imke Frodermann und Ralph Lang

 

 

Erster Ulmer Menschenrechtspreis für unser Indienprojekt

Am Donnerstagabend wurde in Ulm dem Indienprojekt der Gebhard-Müller-Schule der Erste Ulmer Menschenrechtspreis verliehen. Wir freuen uns riesig über diese Würdigung des Engagements der Biberacher Schülerinnen und Schüler, die sich für die Kinder in Indien begeistert einsetzen. Auch für uns zwei ist diese Auszeichung sehr bewegend, denn das Indienprojekt startete im Februar 2014 als Idee, wie wir den Religionsunterricht durch handlungsorientiertes Lernen verbessern könnten. Wir dachten uns damals, dass wir unseren Schülern eine Hoffnungserfahrung fürs Leben mitgeben könnten, wenn es gelänge sie erleben zu lassen, dass sie gegen alle schlechten Nachrichten die Welt verändern können.

Die Schülersprecher der Gebhard Müller Schule (Noel Koritar und Gina Schad) nehmen stellvertretend für alle Schülerinnen und Schüler der Gebhard-Müller-Schule den Ersten Ulmer Menschenrechtspreis entgegen. Sie werden damit geehrt für ihr Engagement für Kindersklaven in indischen Steinbrüchen.
Die Schülersprecher (Noel Koritar und Gina Schad) nehmen stellvertretend für alle Schülerinnen und Schüler der Gebhard-Müller-Schule den Ersten Ulmer Menschenrechtspreis entgegen. Sie werden damit geehrt für ihr Engagement für Kindersklaven, die jetzt nicht mehr im Steinbruch arbeiten müssen, sondern zur Schule gehen dürfen.

Damals, als wir beim Kaffee diese ehrgeizige Idee hatten, war uns nicht klar, wie stark eine gute Idee werden kann, wenn sie begeistert. Von Anfang an stand an erster Stelle die Lernerfahrung unserer Schüler. Aber offensichtlich hat die Begeisterung der beteiligten Schülerinnen und Schüler viele Menschen weit über die Schule hinaus ermutigt unser Projekt großherzig zu unterstützen. Lehrerkolleginnen und -kollegen nahmen das Projekt in ihrem Unterricht auf, bearbeiteten Materialien für unsere Gedenksteine, spendeten großzügig privat für die indische Schule und motivierten uns immer wieder neu. Durch unsere privaten Verbindungen und unser Engagement außerhalb der Schule erhielten wir riesige Unterstützung vor allem vom Weltladen Biberach und auch von vielen Privatpersonen. Auch Kirchengemeinden, unsere Freunde und Eltern von Schülern unterstützten das Projekt auf vielfältige Weise. All jenen, die sich einsetzten, um die erbärmlichen Bedingungen unserer indischen Schüler zu verbessern, all jenen, die dazu beitrugen, dass seit 2014 jedes Jahr rund 60 indische Kinder nicht mehr im Steinbruch arbeiten müssen, sondern in eine Schule gehen dürfen und so eine Hoffnung für ihr Leben haben, all jenen wurde dieser Erste Ulmer Menschenrechtspreis verliehen. Wir danken Euch von Herzen für all Euer Engagement, Eure Spenden und Eure Motivation auf dem bisherigen Weg.

Was uns besonders gefreut hat: Der Preis ist ausgestellt auf die Kerala-Bhakar-Schule in Indien. Das ist auch passend so, denn dort in der Wüste Thar findet statt, was der Preis zum Inhalt hat. Dort in unserer indischen Schule wird das Menschenrecht auf Bildung der indischen Kinder eingelöst. Wenn das nicht so wäre, müssten viele dieser Kinder ab dem Alter von fünf oder sechs Jahren im Steinbruch arbeiten. Jetzt aber, Dank Euch, gehen sie zur Schule und haben die Chance nicht nur auf eine Kindheit, sondern auch auf eine selbsttätige Verbesserung ihrer eigenen Zukunft.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“

Vor 70 Jahren wurden diese Sätze der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als erster Artikel vorangestellt. Sie reden von einer Welt, nicht wie sie ist, sondern wie sie sein soll. Denn für Kinder, die in Steinbrüchen arbeiten müssen, gibt es keine Freiheit und keine Würde. Wirtschaftliche Ausbeutung und dadurch zementierte Armutsstrukturen machen sie zu Sklaven, die von Almosen abhängig sind. Ihr Leben von der Hand in den Mund ohne Bildungsmöglichkeiten entkleidet sie der elementarsten menschlichen Würde. Sie haben keine Zukunft, die sie gestalten können, sondern sind Arbeitstiere, die sich reproduzieren und früh sterben, wenn sie ihre Arbeitskraft ausgehaucht haben. Auf unserem Weg mit dem Fahrrad durch die Welt sahen wir diese menschlichen Arbeitstiere. Wir hatten oft nicht den Eindruck, dass sie am Ende des Arbeitstages noch genug geistige Kraft hatten, um „Vernunft und Gewissen“ in sich zu entdecken. Aber als wir ihnen begegneten, den Ärmsten der Armen, die oft am Straßenrand und auf den Feldern daneben leben, da haben wir in der Begegnung mit ihnen erlebt, dass es dennoch so etwas gibt wie einen „Geist der Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit“. Wir sind unterdessen mehr denn je der Überzeugung, dass dieser Geist der echten menschlichen Begegnung den Unterschied macht. Wir zitierten in einem unserer Reiseberichte den iranischen Gelehrten Sadi:

Die Menschenkinder sind ja alle Brüder

Aus einem Stoff wie eines Leibes Glieder;

hat Krankheit nur einzig Glied erfasst,

so bleibt anderen weder Ruh und Rast.

Wenn anderer Schmerz dich nicht im Herzen brennt,

verdienst du nicht, dass man noch Mensch dich nennt.

Bezeichnenderweise hängt diese Gedichtzeile in der Eingangshalle der Vereinten Nationen in New York, derjenigen Organisation, die vor 70 Jahren die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedete. Wir sehen im Engagement aller am Indienprojekt Beteiligter diesen Geist der Schwesterlichkeit und Brüderlichkeit wirken. Der Ulmer Menschenrechtspreis, so denken wir uns das, würdigt dieses Band der elementaren menschlichen Verbundenheit, das Kinder und Schüler hier und Kinder und Schüler dort, in Indien, miteinander verbindet.
Bericht in Regio-TV über die Preisverleihung

 

Es gibt viel Grund zu feiern! Hier in der großen Pause mit dem Menschenrechtspreis und alkoholfreiem Sekt und Holunderbeersaft.
Es gibt viel Grund zu feiern! Hier in der großen Pause mit dem Menschenrechtspreis und alkoholfreiem Sekt und Holunderbeersaft.

Infobroschüre zum Indienprojekt als pdf (hier klicken)

Hier geht es zu der Bildergalerie, die wir von unserem Besuch bei der Schule zusammengestellt haben (klickklick)

Spendenkonto:
Verein der Ehemaligen und Freunde der Gebhard-Müller-Schule e. V.
IBAN: DE02 6545 0070 0007 0957 26
BIC: SBCRDE66
Verwendungszweck: GMS Indien + Ihr Name und Ihre vollständige Adresse (für die Spendenbescheinigung)

Kommt mit zur Kerala-Bhakar-Schule!

Schaut den Film an, wir möchten Euch unbedingt mitnehmen zu Eurer Schule. Uns haben diese letzten Meter zur Schule bewegt wie nichts zuvor auf unserer langen Reise.

Wie geht es weiter?

Abonniert unseren Newsletter auf dieser Seite, indem Ihr Eure Emailadresse eintragt und dann von uns informiert werdet, was geht. Denn es geht weiter. Wir werden in den nächsten Monaten in verschiedenen Veranstaltungen ausführlicher über unsere Reise berichten. Als Abonnenten werden wir Euch persönlich dazu einladen und Euch über alle weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Wir haben auch schon die Idee, von unserer länger zurückliegenden Südamerikatour mit dem Fahrrad zu berichten. Auch das wird hier auf der Homepage geschehen, als Fortsetzungsgeschichte. Keine Angst also, es gibt noch genug zu Lesen – auch in Zukunft. Aber wir haben erst begonnen, das Zurückliegende wirklich in den Blick zu nehmen: Bisher haben wir nur einen ganz kleinen Teil unserer Bilder und Videos selbst angesehen und die hier niedergeschriebenen Geschichten machen nur einen kleinen Bruchteil aus, von dem, was alles vorgefallen ist. Imke hat zwölf Tagebücher vollgeschrieben, wir haben über 20.000 Fotos und fast ein halbes Terabyte Videomaterial mitgebracht. In den letzten Wochen haben wir erst angefangen, das alles anzuschauen und zu ordnen. Es gibt also noch genügend Neues, auch für die ganz treuen Leserinnen und Leser unter Euch!

Hier gibt es ganz aktuell mehr von uns zu lesen.

Hier gibt es ganz aktuell mehr von uns zu lesen. Einfach anklicken und die Titelstory lesen.

Demnächst hier mehr:

Wie geht es uns mit dem großen Wechsel vom Leben auf der Straße zurück in den Alltag zu Hause?      ——     Haben wir uns verändert?      —–     Hat sich die Heimat verändert?      —–     Was ist unsere noch fremde Sicht aufs Altvertraute?      —–     Habt Ihr Euch verändert?      —–     Wie finden wir uns zurecht in unserem neuen Leben?      —–     Wie geht es unseren rastlosen Beinen?     —–     Und was machen unsere Räder jetzt?

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Zwischen Windrad und Wegkreuz – unser neues sesshaftes Leben im Grünen. Wir haben das große Bedürfnis nach Weite und Draußensein mitgebracht und vermutlich werden wir davon auch nicht mehr geheilt. Darum, wenn Ihr ein kleines, bescheidenes Hexenhäuschen am Waldrand entdeckt, das zur Miete oder zum Verkauf steht. Bitte sagt uns schnell Bescheid.