Denguefieber

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Von Myanmar nach Thailand

Der Grenzübertritt von Myanmar nach Thailand verlief schneller und reibungsloser als gedacht. Auf der einen Seite der Myanmar-Thailand Friendship-Bridge im kleinen Ort Myawaddy stempelte der burmesische Grenzbeamte unsere Pässe, wir schoben unsere Räder 50 Meter weiter und erhielten vom nächsten thailändischen Grenzer unser 30-Tage-Visum. Wieder ein neuer Stempel, wieder ein neues Land. Das wievielte jetzt eigentlich auf unserer Reise? Ich weiß es nicht.

Ein kurzer Halt am Straßenrand, wir rollen unsere burmesische Flagge ein und hissen die des Königreiches Thailand. Seit Indien weht an unserem Rad auch wieder eine neue Deutschlandflagge, nachdem wir die erste, die bereits fast bis zur Unkenntlichkeit verblasst und zerrissen war, in den Weiten der kasachischen Steppe verloren hatten. Alles fast schon Routine, so ein Länderwechsel. Diesmal brachte er jedoch eine bisher unbekannte Neuerung: Linksverkehr! Trotzdem ich etwas nervös war, ob ich im Verkehr auch immer über die richtige Schulter schauen würde, rollten wir entspannt die 15 Kilometer bis zum kleinen Ort Mae Sot auf thailändischer Seite, wo wir uns ein kleines Zimmer nahmen, um uns auf das neue Land vorzubereiten.

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Der Gesang der Mönche

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„Wenn Du jemanden ohne Lächeln siehst –  schenke ihm Deines.“

Sprichwort aus Myanmar

Die Dunkelheit und der Singsang vermischen sich zu einem kühlenden Brei. Sechs Worte auf einem Ton gehalten, dann ein Schlusston. In pausenloser Wiederholung sickert das gesungene Mantra in das Bewusstsein, wie das braune Wasser im Bad nebenan aus der rostigen Leitung. Wann haben die Mönche mit dem Gesang begonnen? Ich weiß es nicht. Er war schon immer da. Schon immer da: der Gesang und die Bäume, die hier zwar ganz ohne Unterholz in lichtem Abstand stehen, deren hohes, mächtiges Blätterdach allerdings auch noch das geringste Sternenlicht abschirmt. Die Dunkelheit und der Singsang sind hier undurchdringlich. Das Zeitempfinden verliert sich in dieser monotonen Finsternis der burmesischen Nacht.

Vielleicht ist es erst Mitternacht, vielleicht aber fängt es in einer halben Stunde auch schon zu dämmern an. Das endlose Mantra könnte die Zeit dehnen oder komprimieren, beides erscheint mit gleich gültig. Habe ich überhaupt schon geschlafen? Was, wenn sie nie mit Singen aufhören werden? Sechsfacher Gleichton, tieferer Abschlusston. Sechsfacher Gleichton, tieferer Abschlusston. Würde ich weghören können, wenn ich es wollte? Sechsfacher Gleichton, tieferer Abschlusston. Liegt es ganz bei meinem Hören, ob es einschläfernd oder beklemmend klingt? Ich lausche in die Dunkelheit und fühle mich umschmeichelt vom Gesang der Mönche, ein beruhigendes Gefühl, als ob jemand an meinem Bett über meinem fiebrigen Schlaf wachen würde. Es ist beinahe das einzige Geräusch dieser Nacht. Alle paar Minuten mal der beiläufige Schrei eines Tieres, ein Vogel oder ein Affe? Dahinter, darüber, alles ausfüllend der gezeitenhaft an- und abschwellende Gesang der buddhistischen Mönche. Mehr als 50 Meter entfernt sind sie nicht. Wir haben das Kloster nicht gesehen, aber es gibt sie überall. Kleine, meist mit Blattgold belegte Stupas stehen überall in der Landschaft, manchmal im Dickicht des lichten Dschungels versteckt, manchmal alles überragend. Myanmar ist reich an Goldvorkommen. Aber fast alles Gold bleibt im Land und wird als Blattgold über Zehntausende von Buddhastatuen und Stupas der Klöster und Tempel gelegt. Zehntausende buddhistischer Sonnen werfen ihr Licht in den roten Staub Burmas. Nachts jedoch ist das Land dunkel. Selbst in den Städten ist Licht rar und Strom öfter nicht zuverlässig. Tagsüber ist es die Sonne, die vom Blattgold zurückgeworfen wird, nachts ist es der Widerhall des Mantras, der dem Buddha Form gibt. Sechsfacher Gleichton, tiefer Abschlusston. Weiterlesen

Die Armen zuerst!

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„Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern und Schwestern, das habt ihr mir getan.“

Matthäusevangelium 25,40

Unsere Kerala-Bhakar-Schule

Sanji, unser Fahrer, schaltet das Allradgetriebe ein. Wir spüren, wie die Reifen sich in den Sand graben und der Jeep zu schlingern beginnt. Wir ziehen eine Staubwolke durch die Wüste. Die geteerte Straße haben wir längst verlassen. Hier gibt es keinen befestigten Weg mehr. Sanji steuert den Wagen quer über die Sanddünen, im Zickzackkurs um dornige Büsche herum, vorbei an strohgedeckten Lehmhütten. Ziegen laufen über die Piste. Weiterlesen