UNSERE AKTUELLE POSITION

18. Februar

Denguefieber überstanden

Die vergangenen acht Tage waren für uns sehr anstrengend. Heute vor genau einer Woche brach bei Ralph das Fieber aus. Es war Denguefieber, eine Virusinfektion, die sich durch den Stich eines Mosquitos überträgt. Dengue wird im Volksmund auch das „Knochenbrecher-Fieber“ genannt, weil die mit ihm einhergenden Symptome schwerste Gliederschmerzen beinhalten können. Dengue ist außerdem dafür berüchtigt und gefürchtet, dass im Laufe der Infektion die Blutpättchen angegriffen werden, deren Zahl durch den Virus so reduziert werden kann, dass es zu inneren Blutungen bis hin zum Verbluten kommen kann. Wir waren informiert und hatten zeitweise große Angst. Aber alles verlief glimpflich, wenn auch nicht ohne Dramatik. Als Ralphs Blutdruck am Mittwoch nur noch bei 74 zu 45 lag, wurde er in Chiang Mai ins Krankenhaus stationär aufgenommen. Das war gut so, denn so konnten wir sicher sein, dass bei Komplikationen Hilfe schnell verfügbar war. Die Blutplättchenwerte fielen jeden Tag tiefer. Letztendlich wussten wir, dass es keine andere Möglichkeit geben würde diesen Fall zu stoppen als Bluttransfusionen. Jeden Tag fiel der Wert um rund 20.000. Als Ralph nur noch einen Tag vom kritischen Wert entfernt war, kam das Sinken zu einem Halt. Das Klinikpersonal hatte uns schon darüber informiert, was zu tun sei, wenn am nächsten Tag die Blutungen begönnen. Die bereitgestellten Tinkturen und Mundspülungen und Hinweise blieben ungeöffnet und ungebraucht. Aber sie standen uns vor den Augen und waren greifbar nah, der Kelch, der nur knapp an uns vorüber ging.

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Die kritischen Tage 6, 7 und 8 sind überstanden. Allerdings war es an Tag 6 noch nicht klar, ob alles glimpflich verlaufen würde.

Gestern konnte ich aus dem Krankenhaus entlassen werden und wir waren sehr erleichtert. Die Anspannung der letzten Tage hat sich allerdings bei uns in einer erstaunlichen Niedergeschlagenheit geäußert. Das hat uns gewundert, denn eigentlich waren wir nur erleichtert, dass alles überstanden war. Dabei gäbe es auch noch andere Gründe, warum wir niedergeschlagen sein könnten, denn mit dieser Dengue-Infektion müssen wir unsere weiteren Pläne für Südostasien begraben. Das war uns immer klar, dass eine Dengue-Infektion das Ende dieses Teils der Reise bedeuten würde. Warum? Mit Dengue-Fieber kann man sich mehrfach infizieren und eine Zweitinfektion ist in der Regel im Verlauf wesentlich schwerwiegender und gefährlicher als die Erstinfektion. Das heißt, wenn ich mich jetzt noch einmal infizieren würde, wäre ein Verlauf eventuell sogar tödlich. Das wollen wir natürlich auf keinen Fall riskieren und so haben wir beschlossen, Ende Februar nach Australien zu fliegen und dort unsere Reise fortzusetzen.

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Wenn ich sage: Noch nie war ich so froh in einem Krankenhaus zu sein, dann könnte man angesichts dieses Bildes auf die falschen Gründe kommen. Die exquisite Pflege konnte ich währenddessen nicht wirklich genießen. Aber ich hatte vor Augen, in welchen Gegenden wir seit unserer Abreise von Deutschland auch auf „Krankenhäuser“ hätten angewiesen sein können. Und da grauste mir.
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Ich war wirklich in guten Händen. Nicht nur am Tag meiner Entlassung.

 

12. Februar

Denguefieber

Ralph liegt seit drei Tagen mit hohem Fieber im Bett. Zum Glück waren wir bei Fieberausbruch in der mittelgroßen Ortschaft Mae Sariang, wo wir eine gute Unterkunft gefunden haben. Die Tage davor wären in dieser Hinsicht wirklich schlecht gewesen, weil wir im Dschungel gezeltet haben, da es keine Unterkunft gab. Am Ort gibt es ein kleines Krankenhaus in dem wir vorgestern zur Blutuntersuchung und zum Lungenröntgen waren. Das wollten wir schon lange machen, in Myanmar gab es auf unserem Weg aber keine Einrichtung, die nur annähernd diesen Standard hatte. Dabei sieht auch dieses Krankenhaus von außen auf den ersten Blick auch nicht gut aus. Der Arzt sprach aber ein wenig Englisch und seine Diagnose: mit 70 prozentiger Wahrscheinlichkeit Denguefieber. Mit Sicherheit kann man Denguefieber aber nur schwer nachweisen und so entschlossen wir uns, morgen mit einem Pickup die 200 Kilometer nach Chiang Mai, der nächsten Großstadt zu fahren. Dort gibt es große Krankenhäuser europäischen Standards. Ralph graust es schon vor dem Transport, denn er fühlt sich verständlicherweise sehr schwach. Wenn Ralph wirklich Dengue haben sollte, würde das schwere Auswirkungen für unsere weitere Reise haben. Darum wollen wir Sicherheit. Man könnte meinen, dass wir jetzt vor allem niedergeschlagen sind, aber das ist gar nicht so sehr der Fall. Im Moment sind wir damit beschäftigt, vernünftige Entscheidungen zu treffen und die unmittelbar nächsten Schritte zu planen.

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Kommt mit zur Kerala-Bhakar-Schule!

Schaut den Film an, wir möchten Euch unbedingt mitnehmen zu Eurer Schule. Uns haben diese letzten Meter zur Schule bewegt wie nichts zuvor auf unserer langen Reise.

Infobroschüre zum Indienprojekt als pdf (hier klicken)

Spendenkonto:
Verein der Ehemaligen und Freunde der Gebhard-Müller-Schule e. V.
IBAN: DE02 6545 0070 0007 0957 26
BIC: SBCRDE66
Verwendungszweck: GMS Indien + Ihr Name und Ihre vollständige Adresse (für die Spendenbescheinigung)

 

Tha Song Yang, Thailand