UNSERE AKTUELLE POSITION

  1. Juni 2018

Nookawarra Station, Nordwesten Australiens

Wir sind seit zwei Wochen auf einer riesigen Farm im menschenleeren Nordwesten Australiens. Wir wollten nicht nur die Fotomotive bereisen, sondern Australien in seinem Herzen kennenlernen. Hier auf der Nookwarra Station scheinen wir so ziemlich im Herzen Australiens angelangt zu sein. „Station“ nennen die Australier eine Farm, die jegliche, der restlichen Welt bekannte, landwirtschaftliche Größendimensionen übertrifft. Wir sind hier so weit draußen, dass keine Strom- und Telefonleitungen uns erreichen. Natürlich gibt es hier keinen Handyempfang und kein Internet. Das Internet ist rund 400 Kilometer entfernt. Deswegen melden wir uns erst jetzt kurz. Wir sind mit dem Jeep in die nächste Siedlung gefahren, um Versorgungsgüter für die Station einzukaufen. Morgen fahren wir wieder zurück in die Abgeschiedenheit – aber der neue Bericht ist schon fast fertig. Erreichen wird er Euch aber erst, wenn wir wieder zurück in dem Teil der Welt sein werden, den das Internet erreicht. Es geht uns gut.

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18. Mai 2018

Coral Bay, Western Australia

Über Northampton (Australien, nicht Zentralengland) und Kalbarri zunächst über Nebenstraßen und Umwege sind wir in den kargen und wasserarmen Norden gefahren. Dann bogen wir wieder ein auf den Northwestern Costal Highway Nummer 1, dem wir zuvor schon gefolgt waren – die einzige geteerte Straße, die es gibt in diesem Landstrich, der größer ist als Deutschland. Jetzt, mehr denn je breitete sich vor uns ein flacher Horizont aus und die Straße lag vor uns als kerzengerade Linie, bis die öde, rotstaubige Buschlandschaft in den gleißend blauen Himmel übergeht. Wir sind wieder in der Wüste! Stechende Sonne, kein Schatten, keine Ortschaften. Auf über 400 Kilometern nichts als drei dreckige Tankstellen, in denen die Literflasche Wasser vier Dollar oder mehr kostete. Wir, unsere Räder und die Straße – und die Fliegen. Einen Soundtrack für einsame Helden im Kopf und den Horizont im Blick, so fuhren wir nun fünf Tage. Dann ritten wir in der Mittagshitze in die mickrige Ortschaft Carnarvon ein. Immerhin gibt es hier einen Supermarkt und einen Campingplatz mit Schatten und Dusche. Die Managerin hat uns eingeladen als Radler hier umsonst zu bleiben. Das machen wir und schreiben Euch noch die letzten Informationen, bevor es wieder hinaus geht ins Nirgendwo auf den Weg nach Exmouth immer dem Highway 1 folgend.

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Über 100 Kilometer gerade Straße, dann ein leichter Knick von wenigen Grad und wieder streckt sich der Highway bis zum Horizont ohne jede Biegung. Die Landschaft? Ich sage es mal so: Selbst für sensible Nerven sehr unaufregend.
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Fliegen jede Menge auf der Suche nach einem Tröpfchen Wasser. Sie krabbeln in Augen, Ohren und Nase. Selbst durch fest geschlossene Lippen versuchen sie sich durchzupressen. Da hilft nur das australischste aller Modeaccessoires: das Fliegennetz.
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Am Abend dann die idyllischen Campingplätze unter dem weiten Himmelszelt, den unglaublich klaren Sternen im roten Staub. Spätestens um 16:30 Uhr müssen wir die Tagesetappe beenden, damit wir mit Zeltaufbauen, Waschen, Kochen fertig werden, bevor mit der Dämmerung die Moskitos kommen. Outdoor-Romantik mit Hindernissen. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Natur nur im Tierfilm ausschließlich niedlich ist.

 

21. April 2018

Den Küstenhighway nach Norden

Wir haben uns in den letzten Tagen selbst ausgebremst. Das hat seine guten Gründe. Hier im Norden gibt es nur noch eine Straße und das ist der Küstenhighway. Der ist eng, vor allem am Wochenende und in den Schulferien stark befahren und ohne Seitenstreifen für uns. Das hat uns das Radfahren schwer gemacht und die Laune etwas eingetrübt. Jetzt sind wir in Geraldton, der letzten größeren Stadt (so groß wie Biberach an der Riß) bevor dann eigentlich keine erwähnenswerten Siedlungen mehr kommen (Einwohnerzahlen unter 1000). Der Verkehr sollte also, so behaupten auch die Einheimischen, nördlich von Geraldton deutlich nachlassen und wir werden jetzt am Wochenende, wenn alle mal wieder rumfahren, nicht auf die Straße gehen. Ende nächster Woche sind die Schulferien hier dann zu Ende und wir hoffen, dass das Radfahren dann wieder entspannter wird. Sicherheit geht vor. Weiterhin laden die vielen schönen Strände zum Baden ein und die Landschaft ist entweder enorm eintönig oder spektakulär – bisher in einer ganz guten Mischung.

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Hier werden die Autofahrer beeindruckend davor gewarnt genügend Wasser in die riesenhafte Einöde nördlich von Geraldton mitzunehmen – was sollen wir Fahrradfahrer da erst sagen.
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Die Straße trägt einen beeindruckenden Namen, fährt sich aber für Radfahrer nicht besonders toll.
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Abseits des Highways ist keine Straße mehr geteert.

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20.000 Kilometer um die Welt

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Satellitenbild des Abschnitts von Exmouth nach Tom Price, in dem wir für zehn Tage Essen mitnehmen werden müssen. Wasser soll es zu dieser Jahreszeit dort an einigen Punkten geben.              Bild: google

 

 

Kommt mit zur Kerala-Bhakar-Schule!

Schaut den Film an, wir möchten Euch unbedingt mitnehmen zu Eurer Schule. Uns haben diese letzten Meter zur Schule bewegt wie nichts zuvor auf unserer langen Reise.

Infobroschüre zum Indienprojekt als pdf (hier klicken)

Spendenkonto:
Verein der Ehemaligen und Freunde der Gebhard-Müller-Schule e. V.
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