Über den Hohen Atlas

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Hier findet Ihr die erste Marokko-Bildergalerie!

Den ganzen Tag schon befanden wir uns in der Steigung zum Tizi-n-Test, dem Pass, der uns über den Hohen Atlas führen sollte. Den ganzen Tag schon waren wir mit unseren Gedanken allein und arbeiteten uns Serpentine um Serpentine höher. Jetzt aber fiel mir die Email ein, die mir meine Mutter gestern geschrieben hatte. Sie endete mit dem unvermittelten Hinweis, wir sollten Nachtfahrten in Marokko unbedingt vermeiden. Ich lächelte in mich hinein. Zuerst war ich überrascht, dann aber wusste ich gleich woher sie diese Idee hatte. Weiterlesen

Ankommen in Marokko

Wir haben die Fahrräder heute aus den Kartons geholt. Das ist immer ein heikler Augenblick, denn nach der rauen Reise mit drei Flugzeugen und über die Förderbänder und durch die Hände hartgesottenen Rollfeldpersonals sehen die Kartons erbärmlich aus. Außerdem hat das amerikanische Sicherheitspersonal unsere panzertapeverklebten Kartons natürlich geöffnet, Fahrräder waren ja schon immer ein Sicherheitsrisiko! Aber den Rädern geht es den Umständen entsprechend gut und ich bin sehr erleichtert, dass nur eine der GPS-Halterungen abgebrochen ist. Speichen, Schaltung, Rahmen und Reifen sind funktionsfähig. Das ist mehr als ich erwartet hatte. Große Erleichterung.

Das Fahrrad scheint hier wieder offiziell Verkehrsmittel zu sein, was das aber heißt kann ich noch nicht sagen
Das Fahrrad scheint hier wieder offiziell Verkehrsmittel zu sein, was das aber heißt, können wir beim besten Willen noch nicht sagen

Wir hingegen sind ziemlich derangiert, weil unsere innere Uhr immer noch Pazifiktime anzeigt und uns nachts nicht schlafen und zur unpassendsten Zeit hungrig werden lässt. Ich habe heute nacht in den zwei Stunden Schlaf mindestens eineinhalb Stunden von Essen geträumt, weil ich wohl das Essen zu den amerikanischen Zeiten vermisse. Weiterlesen

Lands End

Die Brücke fahren und sich verabschieden
Die Brücke fahren und sich verabschieden

 

Nah ist
Und schwer zu fassen der Gott.
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.
Im Finstern wohnen
Die Adler und furchtlos gehn
Die Söhne der Alpen über den Abgrund weg
Auf leichtgebauten Brücken.
Drum, da gehäuft sind rings
Die Gipfel der Zeit, und die Liebsten
Nah wohnen, ermattend auf
Getrenntesten Bergen,
So gib unschuldig Wasser,
O Fittiche gib uns, treuesten Sinns
Hinüberzugehn und wiederzukehrn.

Friedrich Hölderlin, Patmos

 Lands End

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Imke redet seit Tagen vom Ozean. Noch hatte sich die Landschaft nicht wirklich verändert. Wir sind zwar aus der unbesiedelten Wüste herausgefahren, zuletzt mit unseren französischen Freunden hart gegen den Sturm. Jetzt waren wir in der ersten größeren Stadt nach der Durchquerung der Mojavewüste angekommen. Ridgecrest lebt von und für den größten Truppenübungsplatz der US-Navy, China Lake Naval Air Warfare Center. Hier, eine weitere Gebirgskette vor uns, hat man in der Stadt zwar den Eindruck, die Wüste läge hinter uns, aber kaum fahren wir aus den Wohngebieten des Stadtrandes hinaus, befinden wir uns schon wieder in der Wüste. Wir wundern uns, denn Südkalifornien ist die Obst- und Fruchtkammer der USA. Wir fahren über einen weiteren Pass hinab in den südlichen Teil des Central Valley und befinden uns in der Wüste, in der Obstbaumwüste und der Ölfeldwüste. Weiterlesen